Belecke. „Wir wollen nicht, dass Oma und Opa sich morgens leise zur Frühschicht schleichen müssen, damit ihre arbeitslosen Enkel nicht geweckt werden!“, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Arnsberg, Wolfgang Werth zu den Plänen der Bundesregierung, dass Renteneintrittsalter auf 67 Jahre zu erhöhen.
Vor dem Werkstor der AEG Efo, AEG SPS und Infineon wurden zum Schichtwechsel um 14.00 Uhr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen der IG Metall-Proteste gegen die Rente mit 67 über die Planungen der Bundesregierung mit einem Flugblatt informiert.
Die Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Naber (EFO), Herman Eibach (Infineon) und Heinz Gosmann (SPS) sowie die anwesenden Betriebsratsmitglieder machten deutlich, dass sie sich als Vertreter der Beschäftigten um die Arbeitsbedingungen in den Betrieben kümmern müssen. Auch Ditmar Kruse zeigte sich als Interessenvertreter der Jungeblodt-Belegschaft solidarisch und nahm mit einer Abordnung an der Demonstration teil.
„Arbeiten in 3-Schichten, arbeiten am Wochenende und dies alles unter hohem Leistungsdruck – wie soll das denn bis 67 Jahre gehen?“ - so die Frage der Betriebsräte.
Jugendarbeitslosigkeit als Folge der Rente erst mit 67 war ein weiteres Thema, welches von den Beschäftigten thematisiert wurde. Durch die Verlängerung der Lebensarbeitszeit werden Ersatzarbeitsplätze für junge Menschen nicht in dem Umfang zur Verfügung stehen. Viele Beschäftigte waren der Auffassung, dass es nicht ums länger arbeiten geht, sondern um eine weitere Kürzung der Renten.
Wolfgang Werth abschließend: „Die Menschen wollen eine Politik, die Probleme löst statt schafft. Es ist doch völlig widersinnig, die Älteren länger arbeiten zu lassen und den Jüngeren damit den Berufseinstieg zu blockieren. Auch künftig brauchen wir die Altersteilzeit mit flexiblen Rentenübergängen, besonders für die Beschäftigten in hoch belastenden Tätigkeiten!“