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IG Metall fordert mehr Anstrengung zur Weiterbildung |
Die IG Metall Arnsberg hat mehr Anstrengungen zur Weiterbildung von un- und angelernten sowie von älteren Arbeitnehmern gefordert. Zwar investiere ein Teil der Betriebe im beachtlichen Umfang in die Weiterbildung ihrer Arbeitskräfte. Sie konzentrieren ihre Förderung jedoch auf die qualifizierten Arbeitskräfte, erklärte der IG Metall Bevollmächtigte Wolfgang Werth vor der letzten IG Metall Delegiertenkonferenz. „Un- und Angelernte haben oftmals keine Chance auf betriebliche Förderung, obwohl ihre Arbeitsplätze besonders gefährdet sind“, erklärte Werth. Mit Blick auf die nächste Tarifrunde, die sachlich aber konfliktorientiert zu führen ist, wird es neben mehr Geld auch um ein qualitatives Tarifergebnis gehen. Qualifizierungsansprüche und notwendige Innovationen in den Betrieben sind hier die Themen.
Neben den Diskussionen zur bevorstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie wurde in der Versammlung festgestellt, dass die Betriebsratswahlen im Jahre 2006 ein weiterer Schwerpunkt in den Betrieben der Region sein werden. Die organisatorischen Vorbereitungen sind bei der IG Metall bereits abgeschlossen.
Der Rechtssekretär der IG Metall Arnsberg, Tom Kircher, unterrichtete die Anwesenden über bevorstehende Änderungen im Arbeits- und Sozialrecht, die von der neuen Regierungskoalition vorgesehen sind.
Schwerpunktthema der Versammlung war allerdings die Bilanz nach 11 Monaten Hartz IV im Hochsauerlandkreis. Die IG Metall hat sich aus erster Hand durch Herrn Ulrich Bork, Leiter Fachbereich Wirtschaft und Soziales beim Hochsauerlandkreis, über die Erfahrungen berichten lassen. Der HSK gehört zu den 69 Kreisen in der Bundesrepublik, in denen die Kommunen für die Leistungen des Arbeitslosengeldes II zuständig sind.
Dabei berichtete er von den Sonnen- und den Schattenseiten des Systems; alles musste kurzfristig verwirklicht werden, die intensive Betreuung von fast 9.000 Arbeitssuchenden innerhalb weniger Wochen organisiert sein.
Im Gegenzug werden die Arbeitssuchenden „vor Ort“ in ihrer Heimatstadt betreut – ein Service der kleinen Wege und des direkten Drahtes, den die Städte und Gemeinden in der Vergangenheit bei der Vermittlung von Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfängern in Arbeit schon aufgebaut haben.
Während die Leistungsgewährung, die Zahlung des Arbeitslosengeldes II, der Miet- und der Heizkosten die ‚Pflicht’ des Kreises sei ist für Ulrich Bork die Vermittlung in Arbeit die ‚Kür’: So fanden über 1.500 Kundinnen und Kunden des Kreises in diesem Jahr wieder eine Arbeit – 859 durch Vermittlung, 712 durch Eigenaktivitäten.
Sorgen bereitet ihm allerdings der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sank von fast 91.000 im Jahre 2000 auf rund 83.000 im Jahr 2005. Damit gibt es immer weniger Möglichkeiten, Menschen auf Arbeitsplätze zu vermitteln.
„Wir wollen durch Kompetenz, Schnelligkeit, Service und Passgenauigkeit überzeugen“, so definierte Ulrich Bork das Leitbild bei der Vermittlungsarbeit.
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