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Verwaltungsstelle Arnsberg

Delegiertenversammlung mit Detlef Wetzel

Detlef Wetzel kommt gern zur Arnsberger IG-Metall-Verwaltungsstelle, denn hier ist die Welt noch in Ordnung - auch wenn Wolfgang Werth als 1. Bevollmächtigter im Rahmen der 4. ordentlichen Delegiertenversammlung den Vertretern aus den Betrieben nicht ausschließlich nur Erfreuliches aus der hiesigen Wirtschaftslage berichten konnte.


Der Bezirksleiter der IG Metall NRW zeichnete drei Delegierte in der Schützenhalle in Meschede-Olpe für besonders rühriges Engagement in der Mitgliederentwicklung aus und öffnete mit seiner Ansprache den Blick auf die Zukunft der IG Metall. Er macht sich Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifvertrages, sieht aber
Lösungsansätze, wie sich auch in der hiesigen Verwaltungsstelle umgesetzt werden, um Erfolg versprechende Wege auch erfolgreich zu Ende zu gehen.


Um den Ausstieg aus dem System der Flächentarifverträge rankte der NRW-Chef der IG Metall die Schicksalsfragen der Gewerkschaft im allgemeinen und des zufriedenen Mitarbeiters im speziellen. Nur ein hoher Organisationsgrad könne einen Arbeitgeber heute noch davon abhalten, aus der Tarifbindung auszusteigen. "Was soll ein Unternehmen denn sonst in der Tarifbindung halten außer die Angst vor dem Ärger mit den Mitarbeitern, Ärger mit der Gewerkschaft, Ärger mit der Öffentlichkeit!"




Der mit viel Beifall bedachten Wetzel-Rede waren die üblichen Berichte über das 4. Quartal 2004 vorausgegangen. Besonders im Wirtschaftsbereich Holz und Kunststoff stehen der Arnsberger Verwaltungsstelle mit den aktuell laufenden
Pfleiderer-Verhandlungen schwere Aufgaben ins Haus. Die Arbeitnehmer des Duropal-Werks in Arnsberg-Bruchhausen hatten letzte Woche sich kämpferisch in einem Demonstrationszug gezeigt und deutlich gemacht, dass sie sich nicht erpressen lassen werden. Im Geschäftsbericht brachte Wolfgang Werth die Sorge um den Arbeitsamtsbezirk Sundern zum Ausdruck. In einer langjährigen
Hochburg der Beinah-Vollbeschäftigung mussten Ende 2004/Anfang 2005 auf einem Quadratkilometer gleich vier Sozialpläne verhandelt werden. Im Allgemeinen zeigte sich Werth insbesondere mit der Mitgliederentwicklung zufrieden: Der aktuelle Stand von 10525 bedeutet ein Plus von 1,41 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres.


Die magische 50%-Marke können aber noch nicht alle Betriebe der Region in Sachen Organisationsgrad aufweisen. Aber gerade dieses Organisationsgrad
macht gewerkschaftliche Einflussnahme in der betrieblichen Tarifpolitik
überhaupt erst richtig wirksam.


Die negativen Folgen beschreibt Fritz Kramer
als Sekretär für das Handwerk im Bereich der Verwaltungsstelle Arnsberg. Betriebe mit Betriebsrat sind weg gebrochen, derzeit betreut die VS nur 2 Betriebe mit Betriebsrat. Wenn die Arbeitnehmer des Kfz-Handwerks z.B. sich nur mit 3 % in ihrer zuständigen Gewerkschaft organisiert haben, haben die Arbeitgeber natürlich leichtes Spiel, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Tarifbindung zu drängen.


Nach gut 2 Stunden beendete Bernhard Lenze als 2. Bevollmächtigter die gut besuchte und sehr konstruktiv geführte Delegiertenversammlung. Das nächste Wiedersehen gibt's am 30. April - dann aber eher zwanglos: In der Schützenhalle in Meschede-Olpe wird zur 1. Mai-Veranstaltung mit politischem Kabarett geladen!



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