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Bezirk Frankfurt
Presse-Info

Frankfurt, 15. Juli 2004

Protestaktion bei DaimlerChrysler in Kassel

Rund 1000 Beschäftigte verließen ihre Arbeitsplätze,
um sich vom Betriebsrat informieren zu lassen


In dem Nutzfahrzeug-Werk in Kassel haben am Vormittag rund 1000 Beschäftigte der DaimlerChrysler AG ihre Arbeitsplätze verlassen. Sie nahmen im Rahmen des für heute ausgerufenen bundesweiten Aktionstages an einer einstündigen kollektiven Sprechstunde des Betriebsrats teil. Die Produktion ruhte während dieser Zeit. Anlass für den Aktionstag waren die Sparpläne des Vorstands und die damit verbundene Drohung, die Produktion der C-Klasse von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika zu verlagern.

Betriebsrat und Belegschaft haben in der Sprechstunde deutlich gemacht, dass sie die Sparpläne des Vorstands und die damit verbundenen Forderungen nach Verzicht der Beschäftigten ablehnen. Es sei nach den im Frühjahr beschlossenen Maßnahmen zur Zukunftssicherung des nordhessischen Standorts unzumutbar, von der Belegschaft weitere Opfer zu verlangen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel. Insbesondere wehre man sich gegen Versuche des Konzernvorstands, die betriebliche Umsetzung des neuen Entgeltrahmen-Tarifvertrags als „Vehikel für Lohnklau zu missbrauchen“.

Der Betriebsratsvorsitzende kritisierte die Androhung des Vorstands, er würde bei Nichterreichen der Sparziele in Sindelfingen Produktion an billigere Standorte verlagern. Habe der Vorstand an einem Standort Erfolg mit dieser Erpressung, werde er es mit der selben Methode auch an anderen Standorten versuchen, begründete er die Solidarität der Belegschaft mit den Kolleginnen und Kollegen in Sindelfingen. Der Vorstand solle spüren: Man lasse sich nicht gegeneinander ausspielen. Seidel verurteilte Versuche der Kasseler Geschäftsleitung, Beschäftigte von der Teilnahme an der Sprechstunde abzuhalten.



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