Kassel, 29. Juni 2004
54. Bezirkskonferenz in Kassel - Bezirksleiter Mehrens würdigt
ehrenamtliches gewerkschaftliches Engagement:
„Bollwerk gegen den Durchmarsch der Neoliberalen“
Klaus Mehrens hat in seiner heutigen Eröffnung der 54. Bezirkskonferenz des IG Metall-Bezirks Frankfurt in Kassel die Bedeutung der Menschen hervorgehoben, die in der Gewerkschaft und für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ehrenamtlich aktiv sind. Vertrauensleute, Betriebsräte, gewerkschaftliche Vertreterinnen und Vertreter in Handwerkskammern, Berufsbildungsausschüssen, Sozialversicherungen, in Aufsichtsräten und vielen anderen Gremien seien Protagonisten gesellschaftlicher Teilhabe und sozialen Engagements, ohne die ein demokratisches Gemeinwesen nicht auskomme. „Sie sind, wie die Auseinandersetzung im letzten Jahr um den Erhalt der Tarifautonomie gezeigt hat, ein Bollwerk gegen den Durchmarsch der Neoliberalen und gegen den Marsch in den Unternehmerstaat“, sagte der Bezirksleiter.
Wenn, wie im Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001, das Ehrenamt gewürdigt würde, denke kaum jemand an die ehrenamtliche Arbeit von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Meist hätten Betrachter das Bild eines aufopferungsvoll und karitativ tätigen Menschen vor Augen. „Doch der Aufwand an Zeit und Engagement, an Kraft und Leidenschaft fällt bei ehrenamtlich tätigen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern keineswegs geringer aus.“ Wichtige demokratische Errungenschaften wie die Mitbestimmung seien nur dadurch zu bewahren, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter dafür Zeit aufbringen und sie mit Leben erfüllen würden. „Das tun unsere ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen“, unterstrich Mehrens.
Im IG Metall-Bezirk Frankfurt gebe es nach den jeweils letzten Wahlen 17.793 Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder, die der IG Metall angehören. Das seien 9,15 Prozent der IG Metall-Mitglieder in Betrieben mit Betriebsrat. Also fast jedes zehnte Mitglied übe eines dieser beiden Ehrenämter aus. „Das ist enorm im Vergleich zu anderen Organisationen und verdient noch mal eine besondere Hervorhebung“, sagte der Bezirksleiter. Zum Vergleich: Laut einer Erhebung der Evangelischen Kirche Deutschland von 2001 sind in den Kirchengemeinden wenig über eine Million der insgesamt 26,2 Millionen Mitglieder ehrenamtlich tätig. Das ist ein Anteil von 3,85 Prozent.
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