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Bezirk Frankfurt
Presse-Info

Darmstadt, 6. Juli 2004

Einigung über neues Tarifsystem für die Mittelgruppe

Durchbruch beim Entgelt


Nach mehr als zweitägiger Verhandlung über ein Entgeltrahmen-Abkommen (ERA) haben IG Metall und die Metallarbeitgeber-Verbände der Mittelgruppe heute in den frühen Morgenstunden den Durchbruch geschafft. Es gibt eine Gesamteinigung für alle vier Tarifgebiete der Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Rheinhessen, Pfalz, Saarland), die in einigen Punkten noch der Ausformulierung bedarf. Dies gilt vor allem für die Entgelt-Tarifverträge. Während für Hessen, Rheinland-Rheinhessen und das Saarland die künftigen Entgelthöhen feststehen, wurde die Übertragung auf das Tarifgebiet Pfalz auf Grund einer anderen Ausgangslage zurück gestellt. Die Einigung hierüber und über die komplett ausformulierten Verträge soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Das neue Tarifwerk wird ab Januar 2006 verbindlich für die rund 420.000 Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen der Mittelgruppe eingeführt. Betrieblich kann mit Zustimmung der Tarifparteien auch ein früherer Termin vereinbart werden. Bis spätestens Ende 2009 muss ERA überall eingeführt sein. Kern der neuen Verträge ist das gemeinsame Entgelt, das Löhne und Gehälter ablöst. Für die Eingruppierung in eine der neuen elf Entgeltgruppen und damit für die Entgelthöhe werden künftig ausschließlich die von den Beschäftigten zu erfüllenden Anforderungen maßgeblich sein.

Das Entgeltniveau wird mit ERA-Einführung im Schnitt um jene 2,79 Prozent angehoben, die bis dahin als ERA-Strukturkomponente von Löhnen und Gehältern einbehalten werden. Auf Basis der aktuellen Tarife würde das für Hessen vereinbarte Eckentgelt ohne Zuschläge und Zulagen in der Entgeltgruppe 5 für sachbearbeitende Aufgaben oder Facharbeiten 1938 Euro im Monat betragen. Den niedrigsten Verdienst gäbe es in Entgeltgruppe 1 mit 1628 Euro für einfache Tätigkeiten ohne berufliche Vorbildung. Am meisten würde mit 3779 Euro ein Beschäftigter mit Führungsaufgaben verdienen, der in der Zusatzstufe zu Entgeltgruppe 11 eingruppiert sein wird.

„Auch wenn noch nicht alles unter Dach und Fach ist, haben wir heute den entscheidenden Durchbruch geschafft“, zeigte sich IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Klaus Mehrens nach dem Verhandlungsmarathon erleichtert. Er geht davon aus, dass es bei den noch ausstehenden Übertragungen der für Hessen vereinbarten Entgelte auf die übrigen Tarifgebiete der Mittelgruppe keine Probleme mehr gibt. „Das neue Entgeltsystem macht die Bezahlung gerechter, passt sie den Veränderungen in der Arbeitswelt an und wird so zu einer Stärkung des Systems der Flächentarifverträge beitragen“, sieht der Bezirksleiter das bis zuletzt zähe Ringen um eine Einigung belohnt.




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