Jena, 8. Juni 2004
IG Metall-Jugend demonstriert für Ausbildungsplatz-Abgabe
„Umlage muss Ausbildungskatastrophe beenden“
„Alle Versprechungen der Industrie- und Handelskammern und der Arbeitgeber, genügend Ausbildungsplätze zu schaffen, haben sich als Luftblasen erwiesen“, kommentierte Ralf Götz, Bezirksjugendsekretär der IG Metall, die jüngsten Daten der Bundesagentur und der Regionalagenturen für Arbeit zur Entwicklung des Ausbildungsplatzangebots. Im Mai kamen danach in Thüringen auf 27100 Bewerberinnen und Bewerber lediglich 9700 betriebliche Ausbildungsstellen. Das sei ein Rückgang um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, das bereits als Katastrophenjahr gegolten hätte. „Die Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber, die Zukunft der Jugend auf dem Altar des Profits zu opfern, muss ein Ende haben“, sagte Andy Limprecht, Jugendlicher aus Jena. Er hat sich nach vergeblicher Ausbildungsplatz-Suche im letzten Jahr in diesem Jahr erneut erfolglos beworben.
Unmittelbar zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Daten haben rund 100 junge Metallerinnen und Metaller aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und aus Thüringen in Jena auf dem Holzmarkt gegen die Ausbildungsverweigerung und Ausbildungsplatzvernichtung der Arbeitgeber protestiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer zweitägigen Jugendkonferenz des IG Metall-Bezirks Frankfurt setzten sich dafür ein, die gesetzlich beschlossene Umlagefinanzierung tatsächlich anzuwenden, auch wenn sie gegenüber den gewerkschaftlichen Forderungen zurückbleibe. „Nur über eine Umlagefinanzierung lässt sich die Ausbildungskatastrophe beenden“, sagte Ralf Götz. Vorschläge, durch so genannte Ausbildungspakte Ausbildungsplätze zu schaffen, seien verzweifelte Bemühungen der IHK, den öffentlichen Druck von den Arbeitgebern zu nehmen. „Ausbildungsbündnisse täuschen Aktivitäten vor und nutzen nur den Ausbildungsverweigerern“, fasste Christoph Ellinghaus, Jugendsekretär der IG Metall in Jena, die Erfahrungen der letzten Jahre zusammen. „Wir fordern den DGB auf, sich nicht an dieser Schmierenkomödie zu beteiligen.“
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