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Verwaltungsstelle Bremerhaven
Lied vom Kompromiß

Text: Tucholsky
Musik: Eisler


Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen
immer um den heißen Brei herum.
Schweine mit dem kleinen Ringelschwänzchen
brüllen mit erschrecklichem Gebrumm.
Freundlich schaun die Schwarzen und die Roten,
die sich früher feindlich oft bedrohten.
Jeder wartet, wer zuerst es wagt,
bis der eine zu dem anderen sagt:

Refrain:
Schließen wir 'nen kleinen Kompromiß
davon hat man keine Kümmernis,
einerseits und andererseits
so ein Ding hat manchen Reiz.
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß
schließen wir 'nen kleinen Kompromiß.


Seit November klingt nun dies Gavottchen.
Früher tanzte man die Carmagnol.
Doch Germania, dies Erzkokottchen,
wünscht, daß diesen Tanz der Teufel hol.
Rechts wird ganz wie früher lang gefackelt,
links kommt Papa Ebert angewackelt.
Wasch den Pelz, doch mach mich bloß nicht naß.
Und man sagt: Du Ebert, weißt du was?

Refrain:
Schließen wir 'nen kleinen Kompromiß
davon hat man keine Kümmernis,
einerseits und andererseits
so ein Ding hat manchen Reiz.
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß
schließen wir 'nen kleinen Kompromiß.


Seit November tanzt man Menuettchen
wo man schlagen, brennen, stürzen sollt‘.
Heiter liegt der Bürger in dem Bettchen,
die Regierung säuselt gar so hold.
Sind die alten Herrn auch rot bebändert,
deshalb hat sich nichts bei uns geändert.
Kommt’s, daß Ebert mal nach Holland geht
spricht er dort zu einer Majestät:

Refrain:
Schließen wir 'nen kleinen Kompromiß
davon hat man keine Kümmernis,
einerseits und andererseits
so ein Ding hat manchen Reiz.
Und durch Deutschland geht ein tiefer Riß
dafür gibt es keinen Kompromiß.



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