Text: Max Kegel
Melodie: Carl Gramm
Auf Sozialisten, schließt die Reihen!
Die Trommel ruft, die Banner wehn.
Es gilt die Arbeit zu befreien,
es gilt der Freiheit Auferstehn!
Der Erde Glück, der Sonne Pracht,
des Geistes Licht, des Wissens Macht,
dem ganzen Volke sei's gegeben!
Refrain:
Das ist das Ziel, das wir erstreben!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
Ihr ungezählten Millionen
in Schacht und Feld, in Stadt und Land,
die ihr um kargen Lohn müßt fronen
und schaffen treu mit fleiß'ger Hand:
Noch seufzt ihr in des Elends Bann!
Vernehmt den Weckruf! Schließt euch an!
Aus Qual und Leid euch zu erheben,
Refrain:
Das ist das Ziel, das wir erstreben!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
Nicht mit dem Rüstzeug der Barbaren,
Mit Flint' und Speer nicht kämpfen wir.
Es führt zum Sieg der Freiheit Schaaren
Des Geistes Schwert, des Rechts Panier.
Daß Friede waltet, Wohlstand blüht,
Daß Freud' und Hoffnung hell durchglüht
der Arbeit Heim, der Arbeit Leben.
Refrain:
Das ist das Ziel, das wir erstreben!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Das ist der Arbeit heil'ger Krieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
1891 konnte die deutsche Sozialdemokratie nach 12 Jahren der Verfolgung unter dem "Sozialistengesetz" erstmals wieder öffentlich einen Parteitag begehen. Er fand in Erfurt statt. Dort benannte sich die "Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands" in "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" um. Zudem gab sich die Partei ein neues Programm, das, von Karl Kautsky und Eduard Bernstein entworfen, den Marxismus zur offiziellen theoretischen Grundlage der deutschen Sozialdemokraten machte (Erfurter Programm). Die SPD hatte in den zurückliegenden Jahren trotz ihres Verbots an Stärke zunehmen können und wurde bei den Reichstagswahlen 1890 erstmals stärkste Fraktion. Das Lied wurde zum Erfurter Parteitag geschrieben und spiegelt die Aufbruchsstimmung der deutschen Sozialdemokratie nach den Zeiten ihrer Unterdrückung wieder. Es war lange Zeit die "Hymne" der Partei. |