Text: Hermann Claudius (1915)
Melodie: Micheal Englert (1916)
Wann wir schreiten Seit' an Seit'
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit!
Eine Woche Hammerschlag,
eine Woche Häuserquadern
zittern noch in unsern Adern
aber keiner wagt zu hadern!
Herrlicht lacht der Sonnentag!
Einer Woche Kulbetrieb
Und das rollen schwerer Loren
Klingen stets in unsern Ohren,
Aber keiner träumt verloren.
Hoffnungsfroh bleib, Moorsoldat!
Hoffnungsfroh bleib, Moorsoldat!
Birkengrün und Saatengrün:
Wie in bittender Gebärde
halt die alte Mutter Erde,
daß der Mensch ihr eigen werde,
ihm die vollen Hände hin.
Wort und Lied und Blick und Schritt,
Wie in uralt ew'gen Tagen
Wollen sie zusammenschlagen.
Ihre starken Arme tragen
Unsre Seelen fröhlich mit.
Unsre Seelen fröhlich mit.
Anzunehmen ist, dass das Lied in einem der vielen Arbeiterwandervereine entstanden ist. In der Weimarer Republik wurde das Lied auch vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gesungen.
Die SPD sang bis in die 90er Jahre das Lied zum Abschluss ihrer Bundesparteitage. Verliefen diese kontrovers, titelte die Presse gerne mit "Wenn wir streiten Seit' an Seit'". Auf dem ordentlichen Parteitag der SPD 1999 fand das Lied keine Verwendung mehr...
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