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Verwaltungsstelle Bremerhaven

letzte Änderung am Sonntag, den 26. Oktober 2008


Arbeitszeugnisse -
Vorsicht vor Fußangeln!

Viele Formulierungen in Arbeitszeugnissen sind geneigt, dem Beurteilten zu schmeicheln - aber Vorsicht!


Ein gutes Arbeitszeugnis vom bisherigen Arbeitgeber ist ein nicht unwesentlicher Aspekt in einer Situation, in der man sich beruflich verändern muß oder will. Eine Situation also, in der sich nahezu jeder junge Akademiker und jeder Ingenieur einmal wiederfinden wird, häufig schon recht bald nach dem Berufseinstieg. Das Problem dabei: Aussagen und Wertungen sind in Arbeitszeugnissen häufig nicht in direkt verständlicher Form, sondern versteckt ausgedrückt. Hinter einer für den Laien gut klingenden Formulierung kann für den Fachmann, also insbesondere auch den nächsten Personalchef, ein Verriß stecken.
So kann es leicht passieren, daß man sich mit einem Zeugnis bewirbt, dessen eigentlicher Inhalt weniger schmeichelhaft ist als er klingt. Oder daß man von seinem bisherigen Arbeitgeber – manchmal auch ohne dessen böses Wollen (längst nicht alle Chefs kennen oder benutzen die “Zeugnissprache”!) – ein eher schlechtes Zeugnis akzeptiert.

Beispiele, wie ein schlechtes Arbeitszeugnis freundlich verpackt sein kann?
Bitte sehr:


“Frau Dipl. Ing. XY war in der Zeit von ... bis ... bei uns als Vertriebsingenieurin beschäftigt.
Besser als passive Formulierungen wie beispielsweise “war beschäftigt”, “war eingesetzt als” oder “wurde versetzt”, sind aktive Formulierungen wie “war tätig”, “realisierte”, “erzielte”


“Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war einwandfrei.”
Üblich ist die Formulierung “Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei.”
(Note: gut; “stets einwandfrei” wäre Note sehr gut). Dadurch, daß die Reihenfolge vertauscht wurde, ergibt sich für den nächsten Personalchef eine schlechtere Einschätzung.
Noch schlechter ist die Aussage, wenn von dem Paar “Vorgesetze – Mitarbeiter” nur eines erwähnt ist: “Sein Verhalten gegenüber den Kollegen (alternativ: gegenüber den Vorgesetzten) war einwandfrei”. Hier ist dann Alarmstufe rot!


“Er erledigte seine Aufgaben stets ordnungsgemäß”
Die Vokabel “ordnungsgemäß” kann eine Andeutung für eine Auslegung in Richtung “bürokratisch” darstellen.


“Sie arbeitete nicht ohne Engagement”
Durch die Negierung von negativen Begriffen wird eine Abwertung vorgenommen.
Vorsicht also vor “nicht ohne Engagement”, “mit nicht unerheblichem Erfolg”, “sie erreichte nicht unbedeutende Umsatzsteigerungen” oder ähnlichem!


“Er arbeitete nach Vorgaben selbständig”
Durch den Widerspruch zwischen “selbständig” und “nach Vorgaben” entsteht im Arbeitszeugnis ein Bruch, der den Experten hellhörig werden läßt.


Weitere Bewertungen:

"...erledigte die Arbeit zu unserer vollen Zufriedenheit"
Na?? da röten sich fast schon die Wangen bei solch einem tollen Zeugnis - aber Pech gehabt! Das ist ne drei bis vier. Einser-Kandidaten sollten sich nicht unter "...erledigte die Arbeit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" selbst vollst zufriedengeben!!!

Es gibt also in Arbeitszeugnissen eine Fülle von Fallstricken und der Laie hat ohne fundierte Vorinformation kaum eine Chance, ein Arbeitszeugnis richtig zu deuten.

Eine Mitgliedschaft in der IG Metall hat auch hier seine Vorteile: Bevor man ein Arbeitszeugnis von seinem bisherigen Arbeitgeber akzeptiert: Email genügt! bremerhaven@igmetall.de


Häufig reicht auch schon der kleine Wink, daß man mit der IG Metall einen starken Partner im Rücken hat, um Konflikte schnell und mit vorteilhafterem Ergebnis zu lösen.





Hier gibt es ausführlichere Informationen zu den Zeugniscodes:

Eine starke Übersicht der wichtigsten Zeugniscodes gibt es hier
zum downloaden als Excel Datei:


(mit rechter Maustaste anklicken und mit Ziel speichern unter... auf der Festplatte speichern)



Hier gibt es eine weitere Übersicht, allerdings im PDF-Format:
Arbeitszeugnisse - was steht drin - was soll das heißen!!





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