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Verwaltungsstelle Bremerhaven

letzte Änderung am Sonntag, den 26. Oktober 2008


Tricks in Einstellungsgesprächen


Einstellungsgespräche sind Verkaufsgespräche und jeder Personalchef hat wie ein versierter Verkäufer einige Tricks auf Lager, um ein für ihn günstiges Verhandlungsergebnis zu erzielen. Hauptstoßrichtungen sind dabei im allgemeinen einerseits die Überprüfung der Stimmigkeit der Angaben des Bewerbers zur eigenen Person sowie andererseits Maßnahmen um ein möglichst niedriges Gehalt zu vereinbaren. Zu diesem Thema sind eine ganze Reihe Bücher erschienen, so daß im folgenden nur exemplarisch einige Tricks dargestellt werden, die einen Eindruck vermitteln sollen, um was es hierbei geht.


Lebenslauf
Fast jeder Personalchef lässt den Bewerber Auffälligkeiten im Lebenslauf begründen. Solche Auffälligkeiten können sein: Studienzeit, Wechsel der Studienrichtung, ungewöhnliche Praktika oder Auslandsaufenthalte.
Ziel ist hierbei einerseits sicherlich, mit dem Bewerber "ins Gespräch" zu kommen aber andererseits auch mögliche Unstimmigkeiten der Eigendarstellung der Bewerber zu finden.




Psychofragen
Manche Personalchefs haben eine Vorliebe für Psychofragen wie "Was ist Ihre größte Stärke / Schwäche?" "Was tun Sie wenn Sie sehr ärgerlich sind?" "Wie würde Ihr bisheriger Vorgesetzter Sie charakterisieren?"
Wer sich bis dahin sehr dynamisch gegeben hat, sollte natürlich auch an dieser Stelle die entsprechenden Antworten parat haben.




Fangfragen
Bisweilen wird ein Bewerber mit zunächst völlig überraschenden Ansichten oder Fragen konfrontiert. Beispielsweise: Wie verhalten Sie sich, wenn ihr Vorgesetzter eine völlig falsche Entscheidung bezüglich ihrer Arbeit trifft? Das können Sie doch nicht einfach so hinnehmen, oder?

Vorsicht, hier kann es sich um eine Fangfrage handeln. Sicherlich wird der jetzt noch insistierende Personalchef später niemanden einstellen, der nun zum Besten gibt, daß er im Zweifelsfall bereit ist, seinen "depperten Chef" zu hintergehen.




Gehaltsverhandlung am Telefon
Lieblingstrick eines Personalchefs eines großen Unternehmens der Region: Während des Vorstellungsgesprächs wird die Gehaltsfrage nicht angeschnitten. Am Ende wird der Bewerber mit den Worten verabschiedet: "Wir werden uns in einigen Tagen bei ihnen melden". Kaum ist der Bewerber wieder zu Hause, klingelt das Telefon. Wieder der Personalchef: "Wir haben uns wegen Ihnen noch mal kurzfristig zusammengesetzt. Wir können Ihnen die Stelle anbieten. Sie haben Interesse? Fein. Sind Sie mit einem Jahresgehalt von 28.000 Euro einverstanden?"
Der völlig überraschte Berufsanfänger kann in dieser Situation sicher sein persönliches Gehaltsziel nicht realisieren.




Die außertariflichen Angestellten
Zunehmend werden bereits Berufsanfänger auch in eigentlich tarifgebundenen Betrieben mit sogenannten "AT-Verträgen" konfrontiert. Hierbei wird dem Bewerber suggeriert, in seiner zukünftigen Position stehe er in einem besonderen Vertrauensverhältnis zur Unternehmensleitung. Daher werde er in den Kreis der "außertariflichen Angestellten" aufgenommen.
De facto beginnen fast alle Hochschulabgänger als einfache technische Sachbearbeiter, ganz ohne die gängigen Attribute einer Führungskraft wie: hierarchische Weisungsbefugnis gegenüber Mitarbeitern, eigenes Büro, Firmenwagen.
Und während der Begriff "außertariflich" zunächst eigentlich für eine Bezahlung deutlich jenseits der höchsten Tarifgruppe steht ( was im Metallbereich je nach Region deutlich mehr als 50.000 Euro pro Jahr bedeutet), ist dies bei den "Mogelpackungen" für Berufsanfänger in aller Regel nicht der Fall.
Vielmehr geht es den Unternehmen darum, andere Regelungen des Tarifvertrages auszuhebeln, beispielsweise die 35-Stunden-Woche. Wer solch einen Vertrag angeboten bekommt, sollte ihn unbedingt mit der Rechtsberatung der Gewerkschaft durchsprechen.






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