19/03/2024

EUROPAWEITER STAHLAKTIONSTAG - 21.03.2024

Europas Stahlindustrie steckt in einer schweren Krise, mit rückläufiger Produktion und sinkender Beschäftigung. Es wird befürchtet, dass die Produktion langfristig sogar um die Hälfte zurückgehen könnte. Die IG Metall und Stahlbeschäftigte in Duisburg fordern beim europäischen Stahl-Aktionstag entschieden: Dies darf nicht geschehen. Europa muss seine Stahlindustrie besser schützen.

Stahl ist ein bedeutender Bestandteil Europas, der das Leben der Menschen in vielen Regionen des Kontinents geprägt hat, Wohlstand und Arbeitsplätze brachte, Städte und Regionen formte sowie Identität schuf. Duisburg ist ein herausragendes Beispiel dafür! Bis heute ist Duisburg der größte Stahlstandort Europas und zurecht stolz darauf.

Trotz des weltweit steigenden Bedarfs an Stahl für den Bau von Autos, Schiffen und Häusern profitiert fast ausschließlich Asien von diesem Wachstum, während Europa rückläufige Zahlen verzeichnet. Im vergangenen Jahr allein sank die Produktion in Europa um 30 Millionen Tonnen, und in weniger als einem Jahrzehnt gingen etwa 20.000 Arbeitsplätze verloren.

Anlässlich des europaweiten Stahl-Aktionstags von IndustriAll, dem Dachverband der europäischen Stahlgewerkschaften, fordert die IG Metall zusammen mit den Stahlbeschäftigten in Duisburg einen fairen Weltmarkt. Karsten Kaus, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Duisburg-Dinslaken, betont: "Europa muss handeln." Er macht deutlich, dass es nicht gerechtfertigt ist, Stahl aus Indien und China ungehindert auf den Markt zu bringen, während heimische Unternehmen strenge Vorschriften einhalten müssen. Die Stahlindustrie in Europa befindet sich in einem beispiellosen Umstrukturierungsprozess.

Der Fokus liegt darauf, grünen Stahl herzustellen, um zum Klimaschutz beizutragen. Diese Umstellung auf eine emissionsfreie Stahlproduktion erfordert enorme Investitionen und Anstrengungen, insbesondere von den Beschäftigten, die zusätzliche Qualifikationen benötigen.

An diesem Aktionstag setzen sich Stahlarbeiter in ganz Europa für gerechte Bedingungen ein, wie beispielsweise CO2-Zölle auf Importe nach Europa. Sie appellieren an die politischen Entscheidungsträger der EU, die nationalen Regierungen und die Stahlunternehmen, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um die Branche zu schützen und Arbeitsplätze zu erhalten.

Der Aktionstag findet einen Tag vor einem wichtigen Treffen in Brüssel statt, bei dem Vertreter von IndustriALL mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, und dem zuständigen Kommissar Maros Sefcovic über die Lage der Eisen- und Stahlindustrie in Europa sprechen. Jürgen Kerner, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, wird ebenfalls anwesend sein.

Karsten Kaus betont: „Es darf nicht sein, dass asiatischer Graustahl letztendlich den grünen Stahl aus Europa verdrängt. Denn egal wie sehr sich die Industrie und ihre Mitarbeiter bemühen – die Transformation wird scheitern, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen.“

In Anbetracht der bevorstehenden Europawahl ruft die IG Metall auch die europäischen Abgeordneten dazu auf, sich in Brüssel für gerechte Regeln einzusetzen. „Der europäische Stahl benötigt Schutz“, so Karsten Kaus.

Gerade die jüngsten Krisen wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Konflikt haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass Europa nicht in Abhängigkeiten gerät. „Es ist umso entscheidender, dass wir eine heimische Stahlindustrie bewahren“, erklärt Kaus. „Hier ist eine vernünftige Politik auf europäischer Ebene gefragt.“

Mehr Informationen findet ihr in der Hütteninfo und der Pressemitteilung der IG Metall Duisburg-Dinslaken.

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