Homepage news Veranstaltungen aktuelles Sachthemen Zielgruppen
Verwaltungsstelle Osnabrück
Stahlarbeiter zeigten Flagge!
700 Beschäftigte demonstrierten für Tarifforderung
Die Tarifforderung der IG Metall für die Stahlindustrie in Höhe von 6,5 % mehr Lohn und Gehalt, sowie eine Erhöhung von 75,00 Euro der Ausbildungsvergütung und einem zusätzlichen Büchergeld in Höhe von 50,00 Euro für die Auszubildenden fand in den Stahlbelegschaften eine breite Unterstützung.
Über 700 Beschäftigte der Firmen Georgsmarienhütte GmbH, IAG GmbH, jeweils aus Georgsmarienhütte und der Firma Magnum GmbH aus Osnabrück versammelten sich um 10.00 Uhr vor dem Werkstor der Georgsmarienhütte GmbH zu einer Kundgebung. Die Arbeit wurde für ca. 2 Stunden niedergelegt und die Produktion ruhte während dieser Zeit in allen Betrieben.

Zunächst sprach der Betriebsratsvorsitzende der Georgsmarienhütte GmbH, Wilfried Brandebusemeyer, zu den Teilnehmern. „Allein die Tatsache, dass der Euro zum Teuro wurde, rechtfertigt unsere Forderung“, sagte er wörtlich. Als Vertreter der Auszubildenden forderte Christian Maschkötter, Jugendvertreter der Georgsmarienhütte GmbH, die Anliegen der Auszubildenden ernst zu nehmen. „Ausbildung ist die Investition für die Zukunft. Hier handelt es sich nicht um Betriebskindergärten, sondern um junge Erwachsene, die den Anspruch haben, auf eigenen Füßen zu stehen“, rief er den Protestierenden zu.

Als Vertreter der Firma IAG GmbH sprach der Betriebsratsvorsitzende Dieter Schumann zu den Teilnehmern. „Wir leisten jeden Tag gute Arbeit. Deshalb haben wir Anspruch auf einen guten Lohn. Die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe ist nur über gut motivierte Belegschaften erreichbar.“ Der Beifall zeigte, dass er mit diesem Ausspruch die Stimmung in den Betrieben getroffen hatte.

„Wir sind es leid, dass von allen Kostenfaktoren die Personalkosten im Mittelpunkt der Diskussionen stehen und die Beschäftigten zu Sündenböcke für betriebliche Misserfolge gemacht werden sollen. Dieses ist auf Dauer nicht zumutbar, deshalb müssen wir notfalls für die Durchsetzung der Tarifforderungen kämpfen“, brachte der Betriebsratsvorsitzende der Firma Magnum GmbH, Lothar Leimbrock, die Motivation der Magnum-Belegschaft auf den Punkt.

Zum Abschluss kritisierte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück, Hartmut Riemann die sture Haltung der Arbeitgeber. „Scheinbar geht es den Stahlunternehmern nicht um den Austausch von Argumenten, sondern um reine Machtspielereien. Heute haben wir unter Beweis gestellt, dass wir kampffähig sind. Ich hoffe, die Arbeitgeber haben genau zugesehen und unterbreiten ein verhandelbares Angebot. Ansonsten tragen sie die Verantwortung für einen Konflikt. Zig Verhandlungsrunden und eine Hinhaltetaktik ist mit uns nicht zu machen“, führte er vor den Kundgebungsteilnehmern aus.

Weiter stellte er nochmals klar, dass die Forderung der IG Metall für die Stahlindustrie wirtschaftlich vertretbar ist. Der prognostizierte wirtschaftliche Aufschwung für das zweite Halbjahr zeichnet sich in der Stahlindustrie schon jetzt ab. Für diesen Industriezweig ist typisch, dass die konjunkturellen Verläufe jeweils einen zeitlichen Vorlauf haben.

Im Anschluss kam es spontan zu einer Protestdemonstration von der Firma Georgsmarienhütte GmbH zur Firma IAG GmbH.

Die nächste Verhandlung findet am Freitag, 14. Juni 2002 um 14.00 Uhr in Gelsenkirchen statt.

Fotos von dem Warnstreik finden sie hier.


Regional Seitenanfang