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Verwaltungsstelle Osnabrück
Tarifrunde 2002 - Metall- und Elektroindustrie

3.500 Metallerinnen und Metaller demonstrierten vor dem Osnabrücker Hauptbahnhof für ein akzeptables Tarifergebnis

Die IG Metall fordert 6,5 % mehr Lohn und Gehalt, sowie einen unumkehrbaren Einstieg in einen gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag für Arbeiter und Angestellte.

In seinem Hauptreferat kritisierte das IG Metall Vorstandsmitglied Wolfgang Rhode die Verweigerungstaktik der Arbeitgeber. „Sie haben durch ihr Verhalten den Arbeitskampf provoziert, nun haben sie ihn bekommen“, sagte er wörtlich. Dabei ging er auch auf die nun neu aufgenommenen Verhandlungen ein und führte aus, dass sich die Erwartungshaltung der Mitgliedschaft an ein Tarifergebnis durch einen Arbeitskampf erhöht und die Gespräche nun schwieriger werden. Dabei stellte er jedoch eindeutig heraus, „dass ein Streik keine nationale Katastrophe ist, sondern dass es sich um das legitime und verfassungsrechtlich geschützte Recht der Arbeitnehmer handelt, ihre Interessen durchzusetzen.“

In diesem Zusammenhang geiselte er auch die Aussperrung und forderte die Bundesregierung auf, den Schandparagraphen 146 SGB III endlich so zu ändern, „sodass nicht hunderttausende von Arbeitnehmern durch Arbeitgeberentschei-
dungen Existenzangst haben müssen“, rief er den Demonstrierenden zu. Der Beifall zeigte, dass er hier die Stimmungslage der Teilnehmer voll getroffen hat. Abschließend kündigte er an, dass die Streiks ausgeweitet werden würden, wenn die Arbeitgeber kein akzeptables und verhandelbares Angebot unterbreiten.

Als betrieblicher Vertreter sprach dann der Betriebsratsvorsitzende des Automobilzulieferers Lear Corporation, Wolfgang Korte zu den Teilnehmern. Er unterstrich nochmals, dass die Beschäftigten aufgrund der hohen Teuerungsraten in der Vergangenheit „einen echten Nachholbedarf haben und somit eine spürbare Lohn- und Gehaltserhöhung notwendig ist. Hierfür werden wir notfalls auch in Osnabrück-Emsland streiken“, mit diesen Worten beendete er seine Rede.

Auf die Belange der Jugend ging Tobias Sochocki, Jugend- und Auszubildendenvertreter der Firma Kromschröder in seinem Kurzreferat ein. Er begründete die Notwendigkeit, weshalb die Forderung der IG Metall nach einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 55,00 Euro richtig ist. „Die Arbeitgeber müssen begreifen, dass die Ausbildungswerkstätten keine Betriebskindergärten sind, sondern dass es sich um junge Erwachsene handelt, die oftmals von der Ausbildungsvergütung ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Hier forderte auch die Solidarität der „erwachsenen Kollegen“ ein, da höhere Ausbildungsvergütungen auch eine Entlastung des Familieneinkommens insgesamt bedeuten.

Abschließend warnte Riemann die Arbeitgeber in Osnabrück-Emsland vor einem etwaigen Versuch, ein mögliches Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg nicht in vollem Umfang übernehmen zu wollen. „Wenn es hier Schwierigkeiten geben sollte, werden wir sofort beim Vorstand der IG Metall die Urabstimmung beantragen und streiken. Hier wird es sich dann nicht um ein Flexikonzept handeln, sondern wir werden richtig Druck machen,“ kündigte Riemann an. Der Beifall zeigte, dass er sich hier der vollen Unterstützung der Demonstrierenden gewiss sein konnte.

Die Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier.


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