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Verwaltungsstelle Osnabrück
Tarifrunde 2002 - Metall- und Elektroindustrie
Metall-Tarifverhandlungen mit Arbeitgeberangebot
In der dritten Verhandlungsrunde am heutigen Tage legten die Arbeitgeber erstmals ein Angebot vor. Wie bereits im Tarifgebiet Nord-Württemberg-Nordbaden bezifferten sie einen möglichen Abschluss mit 2 % im Volumen. Damit solle zum einen eine Erhöhung der Löhne und Gehälter, zum anderen die Überleitung im Rahmen eines gemeinsamen Entgelttarifvertrages ( ERA) finanziert werden.

Die IG Metall wies dieses Angebot als völlig unakzeptabel zurück und verwies auf die Forderung nach 6,5 % plus ERA. „Wir liegen Welten auseinander“, stellte Hartmut Riemann, IG Metall Osnabrück fest und ist sich der Zustimmung in den Betrieben gewiss. Bereits gestern hatte die IG Metall Tarifkommission das deckungsgleiche Württemberger Angebot diskutiert und der Verhandlungskommission einen klaren Auftrag erteilt.
Löhne und Gehälter müssen in diesem Jahr um einen spürbaren Betrag angehoben werden und ein unumkehrbarer Einstieg in den ERA erreicht werden.

Der Einführung des ERA kommt in den Verhandlungen eine besondere Bedeutung zu. Durch diesen Tarifvertrag sollen die einkommen bei vergleichbarer Qualifikationen von gewerblichen Arbeitnehmern sowie kaufmännischen und technischen Angestellten angeglichen werden.
Dies bedeutet für Teile der Beschäftigten eine Anhebung der monatlichen Bezüge. Andererseits sollen aus Anlass des Tarifvertrages keine individuellen Kürzungen vorgenommen werden. Dem stünden zudem individualrechtliche Bestimmungen entgegen.
Daraus ergibt sich, dass die Einführung des neuen Tarifwerks nur mit Übergangsfristen über einen mehrjährigen Zeitraum möglich ist. Über die zu vereinbarenden Fristen besteht nach wie vor Uneinigkeit.

Während die IG Metall jetzt „Pflöcke“ setzen will, beschränkt sich die Arbeitgeberseite in ihrem Angebot auf eine Verhandlungs-verpflichtung, die bis zum 31.12.2006 zum In Kraft treten des neuen Tarifvertrages führen soll.
„Aus Verhandlungsverpflichtungen können wir schon Broschüren binden“, kommentiert Verhandlungsführerin Martina Manthey, IG Metall Bezirksleitung Hannover diesen Vorschlag. Das letzte Jahrzehnt habe gezeigt, dass mit Absichtserklärungen kein Abschluss erzielt werden könne.
Die Umsetzung in den Betrieben soll nach dem Vorschlag der Arbeitgeberseite dann spätestens bis zum 31.12.2012 erfolgen.
„Viel zu spät“, lautet das einhellige Votum der Metaller.

Trotz der langen Zeitschiene will die Arbeitgeberseite bereits in dieser Tarifrunde einen Teil des Tarifergebnisses nicht zur Auszahlung bringen. Vielmehr soll ein Betrag in bisher nicht bezifferter Höhe betrieblich auf einem fiktiven „Konto“ zur Finanzierung der Überleitung zum ERA gutgeschrieben werden.

Nach Einführung des neuen Tarifvertrages , also spätestens 2012, sollen dann die Kosten der Überleitung betrieblich festgestellt werden und mit dem „Konto“ verrechnet werden. Verbleibende Beträge sollen zu Gunsten der Arbeitnehmer zur Auszahlung kommen.

Die IG Metall lehnt dieses Verfahren nicht grundsätzlich ab. „Es ist alles eine Frage der Hausnummer“, gibt sich die IG Metall verhandlungsbereit. Ihr Ziel ist die Erhöhung der Einkommen um 6,5%, ggf. zuzüglich einer Komponente von X % für die Überleitung zum ERA.

Die Verhandlungen wurden auf den 10. April 2002 vertagt. Den Stand der Verhandlungen wird die IG Metall am 4. April 2002 mit den Mitgliedern in einer Funktionärskonferenz diskutieren und das weitere Vorgehen beraten.

Nach Ostern erscheinen Warnstreiks unausweichlich“, kritisiert Hartmut Riemann das Arbeitgeberverhalten. Offensichtlich hielten die Arbeitgeber am eingefahrenen Ritual fest und nutzten die Friedenspflicht nicht, um zu akzeptablen Kompromissen zu kommen.





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