letzte Änderung am Dienstag, den 4. Oktober 2011 von Stefan Birk
IG Metall Saarbrücken auf großer Fahrt
Mit 99 Teilnehmerinnen und Teilnehmern veranstaltete die IG Metall Verwaltungsstelle Saarbrücken am Samstag dem 17.09.2011 ihre diesjährige Werberfahrt.
Die Werberfahrt ist ein Dankeschön an die Funktionäre für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Dank der Anstrengungen unserer betrieblichen Kolleginnen und Kollegen ist es im vergangenen Jahr gelungen, einen deutlichen Mitgliederzuwachs innerhalb der Verwaltungsstelle zu realisieren.
Die Zahl der Mitglieder hat sich innerhalb von zwölf Monaten um ca. 1.500 auf knapp über 16.000 erhöht.
Nach den vielen positiven Rückmeldungen aus dem vergangenen Jahr ging es auch diesesmal wieder aufs Wasser. Mit einem eigens angemieteten Schiff ging die Reise saaraufwärts nach Saargemünd.
Nach einer Begrüßung durch den 2. Bevollmächtigten, Patrick Selzer, starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück Richtung französische Grenze.
Gegen Mittag erreichten wir Saargemünd. Während des eineinhalbstündigen Aufenthalts konnten sich die Teilnehmer entscheiden, ob sie das Keramikmuseum besichtigen, oder auf eigene Faust die schöne Altstadt von Saargemünd erkunden.
Traditionell wurde auch wieder eine Tombola durchgeführt bei der auch diesesmal wieder hochkarätige Preise einen Gewinner suchten.
Den Hauptpreis, eine Balonfahrt mit der ganzen Familie, gewann unser Kollege Angelo Stagno.
Am späten Nachmittag erreichten wir dann wieder den heimatlichen Hafen in Saarbrücken.
Stolzer Gewinner mit Siegerlächeln (v.l.n.r.: Patrick Selzer, 2. Bevollmächtigter; Angelo Stagno, BR-Vorsitzender von Saarstahl Burbach; Hans Peter Kurtz,
1. Bevollmächtigter)
Die "Terry White Companie" sorgte mit Musik und Gesang für einen sehr gelungenen Rahmen.
Angestelltenkonferenz 2011 "Moderne Zeiten" ...bis die Seele streikt
Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark verändert. Handy, Internet und hoher Leistungsdruck haben insbesonders im Angestelltenbereich zu einer hohen Verdichtung der Arbeitsabläufe und -prozesse geführt.
Mit dem Titel: "Moderne Zeiten ...bis die Seele streikt" veranstaltete die IG Metall Verwaltungsstelle Saarbrücken ihre diesjährige Angestelletenkonferenz um sich mit dieser Bestandsaufnahme und den daraus resultierenden Folgen für die Beschäftigten auseinanderzusetzen.
Als Gastreferenten konnten Rainer Thimmel, Gesundheits- wissenschaftler in Diensten der Arbeitskammer des Saarlandes und Prof. Dr. med. Volker Köllner, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatische Medizin an den Mediclin Bliestal Kliniken und
Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes gewonnen werden.
Nach der Begrüßung durch den 2. Bevollmächtigten der Verwaltungsstelle Patrick Selzer wurden die Teilnehmer der Konferenz durch ein Referat des 1. Bevollmächtigten Hans Peter Kurtz mit dem Titel "Arbeiten rund um die Uhr? Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten in Büro und Verwaltung" an die Problemlage rangeführt.
Im Anschluss daran folgten das Referat von Rainer Thimmel, der die Ausgangssituation mit Statistiken und wissenschaftlichen Studien detailliert darstellte.
Prof. Dr. med. Volker Köllner ging in seinem Beitrag aus medizinischer Sicht auf die Entwicklungen ein und stellte die gesundheitlichen Folgen und die Möglichkeiten der Therapie für Betroffene dar.
Zum Abschluss der Veranstaltung konnten in einer offenen Podiumsdiskussion an der neben den Referenten auch betriebliche Kolleginnen und Kollegen teilnahmen Fragen gestellt werden und Erfahrungen aus dem betrieblichen Alltag ausgetauscht werden.
Mit mehr als 40 Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht
Prof. Dr. med. Volker Köllner mit einem sehr anschaulichen und praxisnahen Beitrag
Rainer Thimmel während seines Referats
v.l.n.r. Patrick Selzer (2. Bevollmächtigter IG Metall Saarbrücken), Rainer Elgas (BR-Vors. Decoma), Martina Klein (VK-Vors. Saarstahl), Helmut Conrad (VKL ZF), Rainer Thimmel (Arbeitskammer), Prof.Dr.med, Köllner (Chefarzt der Fachklinik für Psychsomatische Medizin)
Delegation von Saarmetall unterstützt die Streikenden bei KBA
Seit dem 05. Mai 2011 sind die Beschäftigten von KBA-Frankenthal in einem unbefristeten Streik. Damit wollen sie einen Sozialtarifvertrag erkämpfen.
Die Beschäftigten wehren sich damit gegen den geplanten Abbau von 200 bis 300 Arbeitsplätzen am Standort Frankenthal. Dabei fürchten die Beschäftigten, dass in Zukunft dem gesamten Standort die Schließung droht.
Umso wichtiger ist es, die KBA'ler bei ihrem Kampf zu unterstützen. Eine Delegation des Saarbrücker Unternehmens Saarmetall fuhr am vergangenen Freitag nach Frankentahl um den Beschäftigten Mut zu machen und ihnen ihre Solidarität und die der IG Metall Verwaltungsstelle Saarbrücken zu übermitteln.
Gemeinsam mit Hunderten vor ihnen unterschrieben die Kollegen an der "Wand der Solidarität"
Nervennahrung ist wichtig während eines Arbeitskampfes...
1. Mai 2011: Das ist das Mindeste! Faire Löhne - Gute Arbeit - Soziale Sicherheit
Mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Aufruf des DGB Saar zur Protestkundgebung. Hauptredner bei der anschließenden Kundgebung waren Eugen Roth, Landesvorsitzender des DGB Saar und Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der GdP.
Unter dem Motto "Das ist das Mindeste! Faire Löhne - Gute Arbeit - Soziale Sicherheit" startete der Demonstrationszug vom Saarbrücker Schloss zum Tbilisser Platz.
Unsere IG Metall Kolleginnen und Kollegen waren sehr stark mit Fahnen und Transparenten vertreten. Vor allem die Mitglieder des Ortsjugendausschusses Saarbrücken beteiligten sich lautstark mit einer eigenen Aktion.
IG Metall Jugend fordert bessere Zukunftsperspektiven
Unter dem Motto "Leiharbeit fügt ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu" machten sie auf die Situation der "Jungen Generation", die sehr stark von Leiharbeit betroffen ist, aufmerksam. "Wir sind hier - wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut" war nur eine der wenigen Parolen mit denen sie für mächtig Stimmung sorgten.
Angeführt von vielen jugendlichen Gewerkschaftlern erreichte der Demozug gegen 12.00 Uhr den Tblisser Platz auf dem die Abschlusskundgebung stattfand.
Bettina Altesleben, stellv. DGB-Landesvorsitzende, konnte zahlreiche Gäste aus Landes- und Bundespolitik sowie viele befreundete Organisationen begrüßen.
Hauptredner war der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut. Er kritisierte in seiner Rede Bundeswirtschaftsminister Brüderle, der behauptet, dass der Aufschwung die Wirtschaft "in voller Breite erfasst" habe, obgleich die Bevölkerung nicht daran teilhabe. Angesichts von drei Millionen Arbeitslosen, einer Million Leiharbeitsbeschäftigten und sogar 13 Millionen Teilzeitarbeitsverhältnissen attestierte Witthaut dem Minister eine "getrübte Wahrnehmung".
Witthaut warnte Politiker davor, tatenlos dabei zuzusehen, wie sich große Teile der Gesellschaft immer weiter von der demokratischen Grundkonsens entfernten und radikalisierten. Die Bundeskanzlerin kritisierte er mit den Worten: "Die Menschen in diesem reichen Land leben nicht über ihre Verhältnisse, sondern unter ihrer Würde!" Der GdP-Vorsitzende forderte einen gesetzlichen Mindestlohn und eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, weiter sprach er sich für eine Steuersenkungsbremse und gegen die Schuldenbremse aus: "Deutschland braucht eine zuverlässige finanzielle Grundlage für öffentliche Investitionen", so Witthaut, der die Abschaffung der Schuldenbremse forderte. Über die Situation des Öffentlichen Dienstes im Saarland sagte er wörtlich: "Im Saarland soll allein der öffentliche Dienst im kommenden Jahr 30 Millionen Euro einsparen, hochgerechnet auf die kommenden zehn Jahre also 300 Millionen. Das kommt einer Zerschlagung des öffentlichen Dienstes gleich!"
Eugen Roth, Landesvorsitzender des DGB Saar, schloss sich den Worten seines Vorredners an. Roth forderte die Landesregierung auf, das Tarifergebnis für Angestellte im Öffentlichen Dienst auch auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen. Die Schuldenbremse bezeichnete Roth als "Strick zum Abwürgen eines funktionierenden Staatswesens und eines funktionierenden Sozialstaates" - es gehe dabei "um nicht weniger als die Existenz des Saarlandes", so Roth. Im Bezug auf die Arbeitslosenzahlen teilte Roth die Kritik seines Vorredners und wies darauf hin, dass die Unterbeschäftigung im Saarland "trotz aller Jubelmeldungen" noch immer bei 48.000 Menschen liege.
Auch die Industriepolitik bewertete der DGB-Landeschef kritisch: Anders als bei Halberg Guss an den Standorten Brebach und Leipzig, wo die Belegschaft maßgeblich dazu beigetragen habe, wahrscheinlich aus der Insolvenz heraus zu kommen, gestalte sich der Fall von Saargummi. Es stelle sich die Frage, so Roth, ob sich der Handel mit wie in China existierenden staatlich gelenkten Firmen einer kommunistischen Parteidiktatur nicht schon im Sinne der Menschenrechte verbiete, da die chinesische Regierung Menschenrechtler wie Herrn AiWeiWei foltere, sie einsperre und Schlimmeres. Bei Saargummi dürften nur die Bieter zum Zuge kommen, die auch weiterhin eine Zukunft für einen attraktiven Firmenstandort im saarländischen Hochwald garantierten.
Abschließend forderte Roth den Ausstieg aus der Atomenergie und eine totale Energiewende bis ins Jahr 2020. Laut Roth könne die "Brücke ins solare Zeitalter" dabei nur die Energiegewinnung in Kohlekraftwerken sein, die dafür im Saarland jedoch erheblich modernisiert werden müssten. Dies gelte zu allererst für die saarländischen Standorte Ensdorf, Fenne, Weiher und Bexbach.
Im Anschluss folgte ein großes Familienfest mit Kulturprogramm bei dem unter anderem "Oku and the Reggaerockers" sowie "Jamie Clarke's Perfect" auftraten.
Die Kolleginnen und Kollegen des Vertrauenskörpers von Saarstahl Burbach beteiligten sich traditionell am Demozug
Auffällig in diesem Jahr war eine sehr starke Beteiligung jugendlicher Teilnehmer
Auch das jüngste Mitglied der Verwaltungsstelle Saarbrücken war mit großem Einsatz beim Demozug dabei
Aktionstag "Arbeit - sicher und fair" ein voller Erfolg
Ca. 2000 Beschäftigte bei ZF Getriebe legten für 1 1/2 Stunden die Arbeit nieder
Mehr als 7.000 Beschäftigte beteiligten sich im Umkreis von Saarbrücken am bundesweiten Aktionstag zum Thema "Leiharbeit". Unter dem Motto: "Arbeit - sicher und fair" hatte die IG Metall dazu aufgerufen am 24. Februar ein deutliches Zeichen Richtung Politik und Wirtschaft zu senden.
In vielen Betrieben wurde mit Kundgebungen, Infoständen Verteilaktionen und spontanen Arbeitsniederlegungen auf die Situation in der Leiharbeitsbranche aufmerksam gemacht. Aktionen fanden unter anderem bei ZF Getriebe GmbH, Festo AG & Co. KG, Saarstahl AG Werk Burbach, MTD, Decoma Germany GmbH und Halberg Guss statt.
Die Leiharbeitsbranche ist das zur Zeit am schnellsten wachsende Gewerbe in Deutschland. Von unter 500.000 Leiharbeitnehmern zu Krisenzeiten hat sich deren Zahl bis zum heutigen Tag annähernd verdoppelt auf fast 1.000.000 Leiharbeitnehmer.
Dabei droht die Leiharbeit, die Normalarbeitsverhältnisse zunehmend zu ersetzen. Arbeitgeber nutzen die Leiharbeit zur Kostenersparnis, denn ein Leiharbeitnehmer verdient zur Zeit zwischen 40 bis 50% weniger als die Kernbelegschaften in den Betrieben und dies, obwohl sie die gleiche Arbeit erledigen.
Dieser Zustand ist für die IG Metall untragbar. Wir fordern Wirtschaft und Politik auf, wenn möglich, gänzlich auf Leiharbeit zu verzichten und dort, wo sie nicht vermieden werden kann, den Weg für "Equal Pay - Gleiche Arbeit, Gleiches Geld" frei zu machen!
Pressekonferenz zum Aktionstag "Arbeit - sicher und fair" am 24. Februar 2011
Leiharbeit, Minijobs, befristete Verträge - die Zahl der prekär beschäftigten Arbeitnehmer steigt immer weiter. Das Normalarbeitsverhältnis entwickelt sich im Gegensatz dazu, betrachtet man sich die Praxis bei Neueinstellungen, zu einer Ausnahmeerscheinung.
Aus diesem Grund ruft die IG Metall bundesweit zu einem Aktionstag auf. Der Aktionstag steht unter dem Motto "Arbeit - sicher und fair" und wird am 24. Februar 2011 stattfinden.
Am gestrigen Dienstag, dem 15.02.2011 stellten Hans Peter Kurtz, 1. Bevollmächtigter und Patrick Selzer, 2. Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Saarbrücken das Konzept für den Aktionstag in einem Pressegespräch vor. Unterstützung bekamen sie von den Betriebsratsvorsitzenden der Betriebe Festo AG, ZF Getriebe GmbH, Decoma Germany GmbH und Saarstahl AG, Burbach.
"Es geht bei den Aktionen an diesem Tag nicht nur um Gleiches Geld für Gleiche Arbeit, sondern es geht darum, Arbeit sicher und fair zu gestalten. Wir werden an diesem Tag ein deutliches Zeichen für einen Kurswechsel in Politik und Wirtschaft setzen. Wir wollen, dass Leiharbeitnehmer vom ersten Arbeitstag an, das gleiche Geld als auch die gleichen Arbeitsbedingungen bekommen, wie die Kernbelegschaft. Es muss Schluss sein, dass Menschen wie Ware behandelt werden", so Hans Peter Kurtz.
"Wenn die ungeregelte Leiharbeit sich weiter ausbreitet, führt dies zwangsläufig zu Lohndumping und Armutslöhnen. Deshalb müssen wir handeln. Die IG Metall Saarbrücken ruft alle ihre Mitgliederauf, sich an den betrieblichen Veranstaltungen am Aktionstag zu beteiligen", ergänzt Patrick Selzer, 2. Bevollmächtigter.
Tarifabschluss in der saarländischen Stahlindustrie
VERMEIDEN - BEGRENZEN – GESTALTEN
Die Tarifvertragsparteien der saarländischen Stahlindustrie haben am 9.12.2010 einen „Tarifvertrag über den Einsatz von Leiharbeit“ abgeschlossen. Dieser Tarifvertrag kombiniert die drei wichtigsten Forderungen von Gewerkschaften und Betriebsräten für die betriebliche und tarifvertragliche Regelung von Leiharbeit in den Entleihbetrieben:
Primäre Zielsetzung des Tarifvertrages ist die Vermeidung und Begrenzung von Leiharbeit. Er verhindert, dass Leiharbeit zum Alltagsinstrument wird. Er stellt mit konkreten Maßgaben sicher, dass sie die Ausnahme bleibt. Ihr Einsatz setzt abschließend definierte Voraussetzungen und ihm geht in jedem Fall die Prüfung der Alternativen voraus.
Die Mitbestimmung des Betriebsrates sowohl über das „ob“, als auch über das „wie“ von Leiharbeit wird umfassend ausgebaut. Dieser Tarifvertrag sicher nicht nur die Mitbestimmung über Zweck, Dauer und Anzahl der LeiharbeitnehmerInnen für jedes einzelne Leiharbeitsprojekt. Er stellt sicher, dass der Betriebsrat vom Arbeitgeber nicht dazu gezwungen werden kann, Leiharbeit zuzulassen. Die zeitliche Begrenzung der Einsatzdauer und die anschließende Prüfung der Weiterbeschäftigung im Entleihbetrieb geben dem Betriebsrat zum ersten Mal in einem Flächentarifvertrag die Chance eine dauerhafte Übernahme von LeiharbeiterInnen in die Stammbelegschaft durchzusetzen.
Ebenso umfassend ist die Gleichbehandlung bei Entgelt und Arbeitszeit gesichert. Durch das Äquivalenzprinzip wird nicht nur „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ im Sinne der LeiharbeitnehmerInnen abschließend definiert, sondern auch „gleiche Arbeitszeit für gleiche Arbeit“. Die volle Entlohnungszuständigkeit des Betriebsrates im Entleihbetrieb für die Entlohnung der LeiharbeiterInnen während der Einsatzzeit wird hergestellt. Und: Es können nur Leiharbeitgeber zum Einsatz kommen, die ebenfalls einen Tarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen haben. Es gilt das Prinzip: „ein Betrieb, eine Belegschaft, ein Betriebsrat, eine Gewerkschaft“.
Tausende Metallerinnen und Metaller demonstrieren bundesweit für einen "Kurswechsel"
Ob die Rente mit 67, die Gesundheitsreform, die unregulierten Finanzmärkte, das Sparpaket oder der sprunghafte Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse, nahezu auf allen Ebenen der Sozialsysteme und der Arbeitswelt droht Deutschland "aus den Fugen" zu geraten.
In den letzten zehn Jahren haben wir eine Sozialkürzung nach der anderen erlebt. Anhaltende Massenarbeitslosigkeit, immer mehr Unsicherheit, befristete Jobs, Leiharbeit, Lohndumping. Die Kaufkraft von Beschäftigten und Erwerbslosen, Rentnerinnen und Rentnern sank.
Die Folgen der Finanzmarktkrise tragen nicht die Verursacher, sondern die Schwächsten in der Gesellschaft.
Die paritätische Finanzierung der Sozialsysteme wird zunehmend in Frage gestellt und aufgeweicht.
Dieser Zustand ist für die Menschen in diesem Land untragbar geworden.
Deshalb fordert die IG Metall einen Kurswechsel und hat in den vergangenen Wochen zu bundesweiten Kundgebungen aufgerufen.
Nachfolgend findet ihr Infomaterialien zu den aktuell in Diskussion befindlichen Themen und Berichte zu den Aktionen der letzten Wochen:
Beschäftigte der Mercedes Benz Bank kämpfen um ihre Arbeitsplätze
Am gestrigen Montag dem 04.10.2010 demonstrierten die Beschäftigten der Mercedes Benz Bank am Standort Saarbrücken für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Symbolisch wurden Grablichter und Kreuze aufgestellt und die Unternehmensphilosophie zu Grabe getragen.
Das Unternehmen plant im Rahmen einer Umstrukturierung bis zu 200 Arbeitsplätze von Saarbrücken nach Berlin zu verlegen. Dieses käme, sollte das Unternehmen die Pläne umsetzen einer Kündigung gleich, da kaum einer, der deutlich unter Tarif bezahlten Saarbrücker Mitarbeiter den Umzug und alle damit verbundenen Risiken und Probleme auf sich nehmen kann.
Infotour Leiharbeit am 25. August 2010 in Saarbrücken
Die IG Metall möchte mit einer gesellschaftlichen Debatte über die Leiharbeit Veränderungen bei Politik und Wirtschaft erreichen. Ziel unserer Initiative ist es, weit über unsere gewerkschaftlichen Strukturen hinaus ein Bündnis zu schmieden, das sich für faire Bedingungen in der Leiharbeit einsetzt.
Denn Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen gehören in der Leiharbeitsbranche zur Praxis. Eine skandalöse Bilanz, die zeigt, dass die aktuellen gesetzlichen Regelungen Missbrauch alle Tore öffnen. Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer werden behandelt wie Beschäftigte zweiter Klasse, denen gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen verweigert werden.
Am Mittwoch dem 25.08.2010 fand aus diesem Grund eine Aktion zum Thema Leiharbeit in der Bahnhofstrasse in Saarbrücken statt. Die bundesweite Infotour Leiharbeit gastierte in der Fußgängerzone. Den ganzen Tag über wurden Unterschriften gesammelt, Gespräche mit Passanten geführt und Aufklärungsarbeit geleistet. Ein großer Dank gilt daher den vielen Helferinnen und Helfern, die zum guten Gelingen der Aktion beigetragen haben.
Unterstützung bekamen die Kolleginnen und Kollegen auch von Teilen der Kommunal- und Landespolitik. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken Charlotte Britz besuchte den Infostand und ließ sich zum Thema informieren: "Ich unterstütze die Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“, weil Leben und Arbeit durch ein faires Einkommen gesichert und planbar sein müssen. Alles andere bedeutet Stress für die Beschäftigten."
Auch der stellv. Landesvorsitzende der Partei die Linke im Saarland Prof. Dr. Heinz Bierbaum unterstützt die Initiative der IG Metall: "Leiharbeit muss auf das Notwendigste begrenzt werden – in jedem Fall muss sie bezahlt werden wie reguläre Arbeit, wünschenswert wäre eine Flexibilitätsprämie nach französischem Vorbild.“
Martina Stabel Franz (CDA) und Hans Peter Kurtz (1. Bevollmächtigter IG Metall Saarbrücken)
In Gesprächen wurden die Passanten zum Thema Leiharbeit informiert
Geplanter Stellenabbau bei Thyssen Krupp Drauz Nothelfer verhindert!
"Mit dem Verhandlungsergebnis ist es uns gelungen den geplanten Stellenabbau von ca. 200 Beschäftigten an 3 Standorten zu verhindern", so der 1. Bevollmächtigte Hans Peter Kurtz. "4 Jahre Sicherung der Beschäftigten und ihrer Familien, dass ist ein tolles und erfolgreiches Ergebnis."
Vergangene Woche haben Betriebsräte und Vertrauensleute von Halberg Guss einen Infostand und eine Unterschriftensammlung in der Bahnhofstrasse in Saarbrücken durchgeführt.
Ziel war es, die Bevölkerung über die aktuelle Entwicklung des Auto- mobilzulieferers zu informieren.
Auch bei den Feierlichkeiten zum 1. Mai am Tiblisser Platz waren die Kolleginnen und Kollegen mit einem Infostand vertreten. Unterstützung bekamen sie unter anderem von der Hauptrednerin der Maikundge- bung, Helga Schwitzer (IG Metall Vorstand).
v.l.n.r.: Bernd Geier, Mahmut Celik (beide BR Halberg Guss), Prof. Dr. Heinz Bierbaum (Leiter Info-Institut, Die Linke Landtagsfraktion), Helga Schwitzer (IG Metall Vorstand), Hans Peter Kurtz (1. Bevollmächtigter IGM Saarbrücken), Ulrich Commercon (SPD Landtagsfraktion), Eugen Roth (Landesvorsitzender DGB Saar), Patrick Selzer (2. Bevollmächtigter IGM Saarbrücken)
Nach mehr als einem Jahr in Insolvenz sind die Prognosen für die 1200 Beschäftigten beim saarländischen Traditionsunternehmen Halberg Guss kritisch.
Betriebsrat und IG Metall wurden darüber informiert, daß der als Investor im Gespräch befindliche brasilianische Konzern „Tupy“ beim Kauf von Halberg Guss plant, das Werk im saarländischen Brebach zu schließen und sich auf die Werke in Leipzig und Südafrika zu konzentrieren. Damit würden am Standort Brebach 1200 Arbeitsplätze vernichtet.
Diese Standortentscheidung hat für die Beschäftigten und die Region verheerende Folgen:
fehlende Perspektive der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt in der derzeitigen Wirtschaftslage
massiver Kaufkraftverlust und Schwächung der Binnenkonjuktur in der Region
Auswirkungen für viele kleine und mittlere Zuliefererunterneh- men von Halberg Guss
Deshalb fordert die IG Metall Saarbrücken:
ein Eingreifen der Landesregierung durch finanzielle Mittel bzw. durch eine Beteiligung bei Halberg Guss
ein tragendes Zukunftskonzept für den Standort Brebach
Perspektiven für die Beschäftigten
v.l.n.r.: Mahmut Celik (Betriebsratsvorsitzender), Hans Peter Kurtz (1. Bevoll- mächtigter IG Metall Saarbrücken), Heiko Maas (Fraktionsvorsitzender SPD Saar)
Der Ortsjugendausschuss der Verwaltungsstelle Saarbrücken unterstützt die Kolleginnen und Kollegen von Halberg Guss
Mit großem Engagement wurden mehrere Tausend Unterschriften gesammelt
„Jetzt geht´s um die Arbeitsplätze bei Halberg Guss GmbH, Saarbrücken Brebach“
Unter diesem Motto demonstrierten über 1.000 Kolleginnen und Kollegen von Halberg Guss GmbH Saarbrücken Brebach, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Halberg Guss hat Mitte Juni Insolvenz angemeldet. Die Kolleginnen und Kollegen sind verärgert, dass nach jahrelangen Sanierungs- bemühungen die Geschäftsführung nicht in der Lage war, das Unternehmen ordentlich zu führen und somit in die Insolvenz trieb.
Die Beschäftigten haben jahrelang ihren Beitrag gegeben, indem sie in einem Sanierungstarifvertrag aktiv zur Sanierung beigetragen haben. Die Kolleginnen und Kollegen wurden von der Geschäfts- führung, so Hans Peter Kurtz, 1. Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Saarbrücken, verraten und verkauft.
Jetzt geht es darum unter dem Insolvenzverwalter das Unternehmen zu sanieren und die Arbeitsplätze in Brebach abzusichern..
Akademie für Arbeit und Sozialwesen des Saarlandes
Nicht nur Unternehmen brauchen mehr denn je qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte – auch Betriebsräte/innen und Gewerkschaftssekretäre/innen brauchen heutzutage fundierte Betriebswirtschafts- und Rechtskenntnisse, um ihre tägliche Arbeit erfolgreich meistern zu können.
Weitergehende Informationen erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der Akademie, Tel.: 0681/ 4005-456 (Roman Lutz) bzw. – 458 (Astrid Baltes), E-Mail: astrid.baltes@arbeitskammer.de oder www.afas-saarland.de
In der Delegiertenversammlung am 8.5. wurden die Schwerpunktthemen Altersteilzeit und der aktuelle Stand und die Entwicklung der Gesundheitsreform diskutiert.
Tarifvertrag Altersteilzeit und die aktuelle Gesundheitsreform mit zahlreichen Veränderungen sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung waren die zentralen Themen der Delegiertenversammlung der IG Metall, Verwaltungsstelle Saarbrücken.
Unter Leitung von Hans Peter Kurtz, 1. Bevollmächtigter, und Patrick Selzer, 2. Bevollmächtigter, informierten sich die Delegierten zunächst über aktuelle gewerkschaftliche Themen, die Tarifarbeit, die Situation in den Betrieben sowie die Aktivitäten der IG Metall zur Sicherung und Weiterentwicklung der Altersteilzeit.
Der IG Metall Bezirk Frankfurt hatte die Tarifverträge Altersteilzeit für die rund 420.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie zum 30. April 2008 gekündigt. Wenn Ende 2009 die Förderung der Altersteilzeit durch die Arbeitslosenversicherung ausläuft, wird es für die Beschäftigten deutlich unattraktiver, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, in dem man in einem mehrjährigen Zeitraum nur noch die Hälfte arbeitet, aber rund 82 Prozent verdient. Das zusätzliche Geld wird nicht nur vom Arbeitgeber aufgebracht, sondern auch von der Bundesagentur für Arbeit, sofern die Stelle mit jungen Menschen besetzt wird. Die IG Metall befürchtet, dass jüngere Arbeitnehmer nicht übernommen werden, wenn ältere Kollegen nicht ausscheiden können. Ferner könne es zu betriebsbedingten Kündigungen für jüngere Arbeitnehmer kommen.
Eine Solidargewerkschaft, wie die IG Metall es sei, müsse zu diesen verteilungspolitischen Fragen sich klar positionieren. Die Abschaffung der Altersteilzeitregelung und die Rente mit 67 sei ein Betrug an älteren Beschäftigten, die ein Leben lang hart gearbeitet hätten.
Als Experte zur Gesundheitsreform berichtete Bruno Krüger, Vorstand der größten Krankenkasse im Saarland, über die Gesetzesänderungen, die von der Versicherungspflicht für alle über Ausweitungen des Leistungsrechts bis zur Honorarreform für die niedergelassenen Ärzte reichen. Zentraler Reformbaustein ist der ab Januar 2009 in Kraft tretende Gesundheitsfond, ein mühsam gefundener Kompromiss der Regierungskoalition aus der Bürgerversicherung der SPD- und den CDU-Vorstellungen zu einer einheitlichen Kopfpauschale. Mit dem Gesundheitsfond haben die Krankenkassen die von ihnen nach einem einheitlichen Beitragssatz einzuziehenden Beiträge an den Gesundheitsfond abzuliefern. Dieser wird vom Bundesversicherungsamt (BVA) unter Leitung des bisherigen saarländischen Ministers Josef Hecken verwaltet und verteilt die Beiträge sowie zusätzliche Steuermittel an die jeweiligen Krankenkassen. AOK-Vorstand Krüger informierte darüber, dass der einheitliche Beitragssatz für alle Krankenkassen im Oktober durch das Bundesgesundheitsministerium festgelegt wird. Der bisherige Wettbewerb über unterschiedliche Beitragssätze läuft damit aus, eine völlig neue Herausforderung für alle Beteiligten. Nach Meinung von Bruno Krüger wird die Zahl der Krankenkassen durch Fusionsprozesse weiter sinken, bei den Arbeitgebern wird sich aufgrund des einheitlichen Beitragssatzes die Interessenlage völlig verändern. Nach seiner Einschätzung wird die Gesundheitspolitik auch zentrales Thema im Bundestagswahlkampf 2009 werden.
Aus der Perspektive der IG Metall ist die aktuelle Gesundheitsreform nur als Übergangslösung zu werten, sie fordert weiterhin die solidarische, umfassende Bürgerversicherung für die gesamte Bevölkerung.
Zentrale Forderung: Bürgerversicherung
Bruno Krüger, Vorstand der AOK im Saarland
konstituierende Delegiertenversammlung am 23.2.08
Hans Peter Kurtz und Patrick Selzer wieder gewählt.
Die Delegierten der Delegiertenversammlung unserer Verwaltungsstelle haben am Samstag den 23. Februar 2008 in Bildstock die neue Führung der IG Metall Saarbrücken gewählt.
Hans Peter Kurtz wurde mit 86 Stimmen (100 %) in seiner Funktion als 1. Bevollmächtigter bestätigt. Patrick Selzer wurde mit 84 Stimmen ( 96,55 %) als 2. Bevollmächtigter gewählt.
Beisitzer wurden gewählt:
- Birtel Peter
- Celik Mahmut
- Christmann Michael
- Elgas Reiner
- Hombrecher Dieter
- Marx Roland
- Poppek Guido
- Räsch Heinz
- Scherer Matthias
- Schmadel Sandra
- Schuler Wolfgang
- Stagno Angelo
- Stolz Renate
In seinem Geschäftsbericht ging unser 1. Bevollmächtigter Hans Peter Kurtz auf die erfolgreiche Arbeit unserer Verwaltungsstelle, in den letzten vier Jahren ein. Schwerpunkte seines Berichtes waren die Aktionen gegen die Rente mit 67, die tarifpolitische Erfolge der IG Metall 2006 und 2007. Aktiv wollen die Saarbrücker Metaller für eine neue Altersteilzeit und für gleiche Bezahlung bei gleicher Leistung für Leiharbeiter werden. Kurtz stellte klar, dass der Schwerpunkt unserer Arbeit in den Betrieben liegt. Hierbei haben unsere Vertrauensleute eine herausgehobene Stelle. „Unsere Vertrauensleute“, so Kurtz wörtlich „ sind der Motor der IG Metall im Betrieb. Die Wahlen der Vertrauensleute werden in diesem Jahr so durchgeführt, dass der Stellenwert der Vertrauensleute steigt. Nah dran und kompetent ist das Markenzeichen unserer Vertrauensleutearbeit. Für 2009 zu den Landtagswahlen gab Kurtz die Parole aus: „Vorfahrt für Arbeitnehmerrechte“