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Unbezahlte Arbeit abgewehrt |
1,5 Prozent mehr für Beschäftigte im saarländischen Kfz-Gewerbe |
Die Tarifeinkommen der fast 5000 Beschäftigten im saarländischen Kfz-Gewerbe werden rückwirkend ab 1. März um 1,5 Prozent erhöht. Laufzeit zwölf Monate. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt weiterhin 36,5 Stunden pro Woche. Alle von den Arbeitgebern gekündigten Tarifverträge sind wieder in Kraft. Hierauf haben sich IG Metall und der Saarländische Kraftfahrzeug-Verband am späten gestrigen Abend nach zwölfstündiger Verhandlung in dritter Runde geeinigt. „Damit haben wir die von den Arbeitgebern zum Dogma erhobene Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Bezahlung abgewehrt, der Tarifvertrag erlaubt in saarländischen Autohäusern keine unbezahlte Arbeit“, kommentierte IG Metall-Verhandlungsführer Jürgen Leydecker das Ergebnis.
Der Abschluss enthält eine Reihe von Neuregelungen, die Leydecker ebenso wie die prozentuale Erhöhung als „vertretbar angesichts der objektiv schwierigen Lage im Kfz- Handwerk“ bezeichnete. So ist der Flexibilisierungsspielraum auf 30 bis 42 Stunden pro Woche ausgeweitet worden. Allerdings mit der Maßgabe, dass sich innerhalb von 18 Monaten eine durchschnittliche 36,5-Stunden-Woche ergibt. Außerdem kann die Arbeitszeit für eine bestimmte Quote der Beschäftigten auf bis zu 40 Wochenstunden verlängert werden - mit Bezahlung und nur mit Zustimmung der Betroffenen.
Die Quote variiert in Abhängigkeit von der Betriebsgröße. Bei Betrieben mit mehr als 41 Beschäftigten beträgt sie maximal 17 Prozent. Außerdem entfällt die bezahlte Freistellung an Silvester. Freistellungstage zu besonderen Anlässen wie Geburt eines Kindes oder Tod eines Angehörigen werden von zwei auf einen gekürzt, dafür werden neu die Lebensgefährtinnen bzw. -gefährten bei diesen Regelungen berücksichtigt.
„Unser betrieblicher Druck hat Wirkung gezeigt“, hat Jürgen Leydecker nach dem erfolgreichen Abschluss den Beschäftigten für ihre Aktionen der letzten Wochen gedankt. Er rief dazu auf, jetzt in den Betrieben darauf zu achten, dass das Ergebnis auch umgesetzt wird. „Insbesondere im Betrieb des Verhandlungsführers erwarte ich, dass die Geschäftsleitung zur Vertragstreue zurückkehrt und die von ihr durchgedrückten Einzelverträge mit tarifwidrigen Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich rückgängig macht“, sagte der IG Metall-Verhandlungsführer.
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