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IG Metall Saarbrücken zu den Vorschlägen der Rürup-Kommission |
Besser nicht alt und krank werden |
Als verfehlt zur Lösung der aktuellen Probleme der Alterssicherung bewertete Rüdiger Zakrzewski, 1. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Saarbrücken, die gerade veröffentlichten Vorschläge der Rürup-Kommission zur Rentenreform. Dabei sei vor allem die stufenweise Heraufsetzung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre reine Utopie.
„Wir finden doch schon heute in den Betrieben kaum noch Beschäftigte über 55 Jahre. Unternehmer wollen nur ´olympiareife´ Mannschaften auf ihren Lohnlisten“ und so sehen auch die Arbeitsbedingungen aus, so Zakrzewski. Erstaunlich sei, in welchem Umfang man künftig Rentnern und Arbeitnehmern in die Taschen greifen wolle. Offenbar hätten die Professoren ihre komfortablen Altersbezüge vor Augen gehabt, nicht aber die vielen Rentnerinnen und Rentner, die jetzt schon oftmals an der Armutsgrenze lebten.
Für den Metaller müssten zunächst drei wichtige Probleme angegangen werden. Zum einen brauche man gesetzliche, tarifliche und betriebliche Initiativen für die Beendigung der willkürlichen Frühverrentung, zum anderen ein wirksames Programm für die Beschäftigung von Älteren und darüber hinaus eine Ausweitung des Versichertenkreises, um Erwerbsbiografien mit Brüchen besser absichern zu können und die Einnahmebasis der Sozialversicherung zu stabilisieren. Es müsse darüber hinaus ernsthaft geprüft werden, Unternehmen, die ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlassen, stärker an den Folgekosten der Arbeitslosigkeit für die sozialen Sicherungssysteme zu beteiligen.
Kritisch sieht Zakrzewski auch die geplante Senkung der Rentenhöhe. Der Leistungsumfang der gesetzlichen Rente sei in den vergangenen 15 Jahren bereits um 40 Prozent gekürzt worden. Die heutige Durchschnittsrente betrage bei Männern knapp 460 Euro. „Während ein Bundesminister bereits nach vierjähriger Amtszeit einen Pensionsanspruch ab dem 55. Lebensjahr von 3.718 Euro hat, liegt die Höchstrente für einen Normalbürger nach 45 Versicherungsjahren bei 1.950 Euro. So viel bekommt gerade mal ein halbes Prozent aller männlichen Rentner.“ Das hat, so Rüdiger Zakrzewski, nichts mit Neid zu tun, sondern sei einfach eine Frage der Gerechtigkeit.
Nahezu absurd nennt die IG Metall die Kopfpauschale bei der Krankenversicherung, die im Rürup-Bericht Gesundheitsprämie heißt und für jeden erwachsenen Versicherten gleich hoch sein soll. Offenbar definiere der Herr Professor den Sozialgedanken völlig neu: Unabhängig vom Einkommen bezahlt künftig der Millionär so viel Krankenversicherungsbeitrag, wie seine Sekretärin. „Genau so haben wir uns das mit der Gleichheit und Brüderlichkeit immer vorgestellt,“ so Zakrzewski. |
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